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Judo - Ein Überblick PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Reisinger   
Dienstag, den 24. August 2010 um 12:07 Uhr

Judo - Der sanfte Weg

Judo ist eine japanische Kampfsportart und bedeutet übersetzt „der sanfte Weg". Ursprünglich wurde es als Sport zur körperlichen und geistigen Erziehung entwickelt. Diese Bedeutung kommt Judo heute noch zu, allerdings ist es inzwischen auch Wettkampfsportart und seit 1964 olympisch. Um Verletzungen zu vermeiden wurden alle gefährlichen Techniken wie Schläge oder Tritte im Wettkampfjudo eliminiert. 

Judo bietet heute durch seine Vielseitigkeit sowohl für Wettkämpfer als auch für Hobbysportler tolle Möglichkeiten. Für Wettkämpfer stehen alle Möglichkeiten offen, von Anfängerturnieren über österreichische Meisterschaften bis hin zum Olympischen Turnier ist alles möglich. Aber auch für reine Hobbysportler bietet das Judotraining eine gute Möglichkeit sich körperlich und geistig fit zu halten. Daneben gibt es als Trainer, Kampfrichter oder Funktionär weitere Möglichkeiten sich im Judosport einzubringen.

 

Training

Judo kann man heute im Alter von etwa 6 Jahren beginnen und bis ins hohe Alter betreiben. Zu Beginn des Trainings steht für alle Altersklassen das Erlernen der korrekten Fallschule. Danach werden schrittweise Wurf- und Festhalttechniken geübt. Für fortgeschrittene Judokas wird das Technikrepertoire noch um Würge- und Hebeltechniken erweitert. 

Judo ist ein Ganzkörpersport, und erfordert daher Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination und Gleichgewicht. Im Judotraining wird daher nicht nur Wert auf die Technikschulung gelegt, sondern auch auf die allgemeine körperliche Ausbildung. Vor allem das Anfängertraining ist sehr spielerisch orientiert, mit dem Alter steigt dann die Leistungsorientierung. Dennoch kommt auch im Erwachsenentraining der Spaß nicht zu kurz. 

Um im Judo erfolgreich zu sein, sind aber auch mentale Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Willenskraft und Durchhaltevermögen gefragt und werden sowohl im Training, als auch im Wettkampf geschult. 

Judo ist zwar ein Einzelsport, kann aber nur mit Partnern trainiert werden. Der soziale Aspekt spielt daher im Training ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Nur gemeinsam mit der ganzen Gruppe kann der Einzelne sein Ziel erreichen. Auf seine Trainingspartner Rücksicht zu nehmen ist eines der wichtigsten Prinzipien im Judotraining.

 

Wettkampfregeln

Wertungen

Oberstes Ziel im Wettkampf ist es einen Ippon (voller Punkt) zu erreichen. Gelingt das einem Kämpfer, ist der Kampf vorzeitig gewonnen. Darunter gibt es aber noch zwei kleiner Wertungen, Waza-ari (halber Punkt) und Yuko (technischer Vorteil). Zwei Waza-ari werden zu einem Ippon zusammengezählt. Einen Ippon muss man innerhalb einer bestimmten Zeit erreichen (2-5 Minuten, je nach Altersklassen). Gelingt keinem der beiden Kämpfer ein Ippon, gewinnt nach Ablauf der Zeit jener Kämpfer, der die höchste Wertung erreicht hat (ein Waza-ari schlägt zwei oder mehr Yuko) bzw. der mehr Wertungen erzielt hat (Zwei Yuko schlagen ein Yuko).

Bestrafungen

Neben den Wertungen gibt es aber auch Bestrafungen (Shido), die für leichte Vergehen ausgesprochen werden. Erhält ein Kämpfer vier Shidos, bedeutet dies eine Disqualifikation und ebenfalls ein vorzeitiges Ende des Kampfs. In Sonderfällen kann auch eine direkte Disqualifikation (Hansoku-make) ausgesprochen werden. Wenn es keiner Disqualifikation kommt, kommen Shidos nur zur Geltung, wenn nach Ablauf der Kampfzeit Wertungsgleichstand herrscht. In diesem Fall gewinnt jener Kämpfer, der weniger Shidos erhalten hat.

Golden Score

Sollten beide Kämpfer am Ende der Kampfzeit sowohl gleiche Wertungen als auch gleich viele Shidos haben,
geht es in den golden Score. Dabei gewinnt der Kämpfer, der die erste Wertung egal in welcher Höhe erzielt, bzw. verliert jener Kämpfer der die erste Bestrafung bekommt.

 

Überblick – Wie gewinnt man einen Judo-Kampf?

      1. Vorzeitiger Sieg: Ippon oder Disqualifikation
  2. Kein Ippon innerhalb der Kampfzeit: Höhere Wertung bzw. höhere Anzahl an Wertungen
  3. Gleichstand an Wertungen: Weniger Shidos
  4. Gleichstand bei Wertungen und Shidos: Golden Score – Erste Wertung oder erstes Shido
 

 

Wie können Wertungen erzielt werden?

Ippon (ganzer Punkt) : Wurf mit Kraft und Schwung auf den Rücken,

  • 20 Sekunden halten im Bodenkampf,
  • Abklopfen durch Wirkung von Würgen oder Hebeln
  • zweimal Waza-ari (Waza-ari-awasete-ippon )
  • direktes Hansoku-make oder viertes Shido für den Gegner

Waza-ari (halber Punkt) :

  • eine der drei Komponenten für einen Ippon fehlt (Kraft, Schwung, Rücken)
  • 15-19 Sekunden halten im Bodenkampf

Yuko (technischer Vorteil):

  • Wurf auf die Seite oder ohne Schwung
  • 10-14 Sekunden halten im Bodenkampf

 

Wofür werden Bestrafungen ausgesprochen?

Shido (Verwarnung):

  • Griff lösen mit beiden Händen
  • Defensiver (Griff)kampf
  • Zurückbiegen der Finger des Gegners um den Griff zu lösen
  • absichtlich aus der Matte treten oder Gegner hinausschieben
  • Inaktivität
  • Stehen in extrem defensiver Stellung länger als 5 Sekunden
  • Einseitig oder in den Gürtel fassen ohne sofortigen Angriff
  • in den Jacken oder Hosenaufschlag fassen
  • Scheinangriff

Hansoku-make (Disqualifikation)

  • vier Shido
  • direkte Angriffe an das Bein des Gegners am Stand oder im Stand-Boden-Übergang
  • Tragen eines metallischen Gegenstandes
  • Hebeltechniken irgendwo anders als am Ellenbogen
  • Angriff auf das Genick oder die Wirbelsäule des Gegners
  • Nichtbeachten der Anweisungen des Kampfrichters
  • allen Aktionen die den Gegner verletzen könnten oder gegen den Geist des Judo verstoßen

 

Geschichtlicher Überblick

 Im Jahre 1882 entwickelte der Japaner Jigoro Kano aus der alten, ursprünglich nur von den Samurai praktizierten Kriegskunst der waffenlosen Selbstverteidigung Jiu-Jitsu, eine neue Form des sportlichen Zweikampfes. Ursprüngliches Ziel Kano´s war es, ein System zur geistigen und körperlichen Erziehung zu schaffen. Kano gab seinem System den Namen JUDO (sanfter Weg). Seine Zielsetzung bezeichnete er in Anlehnung an den Zen-Buddhismus als "Studium und Übung für Geist und Körper".

Es entwickelten sich zwei Übungsrichtungen. Bei der Kata geht es darum, Techniken möglichst präzise mit genau vorgeschriebenen Bewegungsablauf und ohne Gegenwehr des Partners zu demonstrieren. In Kata-Form werden sowohl Wurf-, Boden- aber auch Selbstverteidigungstechniken mit Schlägen und Tritten geübt. Kata spielt im modernen Judo eine untergeordnete Rolle, stellt aber vor allem für älter Judoka eine gute Möglichkeit da, Judo auszuüben.

Im Randori (freies Üben) geht es darum, die Techniken in der freien Bewegung durchzuführen, wobei beide Partner versuchen eigene Techniken anzuwenden, gleichzeitig aber Techniken des Partners zu verhindern. Um Verletzungen zu vermeiden, wurden dabei alle Schläge und Tritte entfernt und Hebeltechniken auf das Ellbogen-Gelenk begrenzt. Außer dieser Übungsform entwickelt sich das moderne Wettkampfjudo, das seit 1964 Olympisch ist.

Um die Jahrhundertwende wurde in Österreich die Kampfsport Jiu-Jitsu trainiert, 1933 führte Kano selbst in Wien zum ersten Mal sein Sportart Judo vor. 1947 wurde der ÖJV gegründet, 1955 wurde der Oberösterreichische Landesverband ins Leben gerufen. Das Judoteam Salzkammergut wurde in seiner heutigen Form 1998 (zur Chronik) aus den Sektionen Ebensee und Bad Goisern gegründet, 2002 kam die Sektion Pinsdorf dazu 2005 traten die Sektionen Kammer und Bad Aussee bei.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 26. März 2013 um 20:03 Uhr
 
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